Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt hat das Wissenschaftsjahr 2026 der Medizin der Zukunft gewidmet. In diesem Zusammenhang fand am 24.04.2026 eine online Veranstaltung durch GO-Bio initial zum Thema „Neue Arzneimittel, personalisierte Therapien und KI“ statt.
Zuerst gab Herr Prof. Aimo Kannt vom Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP einen Einblick in innovative Therapien, wie Gen-Editing, Gen-Therapien und Zell-Therapien. Er berichtete über aktuelle Ansätze, die dazu verwendeten Techniken, die zu behandelnden Krankheiten. Er richtete seinen Blick in die Zukunft, wie sich personalisierte Ansätze weiter entwickeln könnten. Ideen, Anlässe und Forschungsansätze gibt es genug, so Prof. Kannt, aber es muss auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gedacht werden. Die Teilnehmenden fragten, wie es mit der Zulassung und der Finanzierung durch das Gesundheitssystem aussieht.
Der Frage der Zulassung von KI- und Software basierten medizinischen Ansätzen ging dann vertieft Herr Dr. Stephan Gilbert von der TU Dresden im zweiten Vortrag nach. Er vermittelte einen Eindruck in das Spannungsverhältnis zwischen den Zulassungsvorgängen und der Dynamik von KI- und Software basierten medizinischen Entwicklungen. Seiner Ansicht nach müssen die Vorgänge bei den Zulassungsbehörden reformiert werden, damit innovative Ansätze auch beim Patienten ankommen und trotzdem dem Sicherheitsaspekt Rechnung getragen wird. Er schlägt für KI- und Software basierte Ansätze eine kontinuierliche Zulassung vor, bei der das Produkt zwar früh auf den Markt kommt, aber laufend hinsichtlich Sicherheit, Wirksamkeit und Leistungsfähigkeit überwacht wird. Auch hält er regulatorische Sandkästen (sandboxes) in denen ähnlich einem beta-Test unter kontrollierten Realbedingungen getestet wird, für sinnvoll, weil die KI- und Software basierten medizinischen Entwicklungen ja nicht mit einer Zulassung statisch und unveränderbar sind, sondern sich vielmehr ständig weiterentwickeln, also verändern und „lernen“. Sein Fazit ist, dass es keine einfachen Lösungen gibt, sondern Entwickler, Zulassungsbehörden und Gesundheitssysteme vernetzter zusammenarbeiten müssen.
