Am 22.04.2026 fand im Rahmen von GO-Bio initial eine weitere online Veranstaltung zu neuen Herausforderungen statt, in dem einmal die Ausbreitung von Zoonosen und dann die Phagentechnologien im One-Health-Kontext vorgestellt und diskutiert wurden.
Im ersten Vortrag stellte Frau Ariane Düx das Helmholtz-Institut für One Health (HIOH) in Greifswald vor und betonte die gute Zusammenarbeit der Universität Greifswald mit dem Friedrich-Loeffler-Institut, das zum Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit Greifswald-Riems gehört. Eine wichtige Aufgabe des HIOH ist die interdisziplinäre Erforschung der Wechselbeziehungen zwischen der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt.
Am Beispiel von Mpox, den Affenpocken, erläuterte Frau Düx, welche Herausforderungen Zoonosen für den Menschen mit sich bringen und wie diesen Herausforderungen durch Wildtier-Monitoring begegnet wird. Zoonosen sollen frühzeitig erkannt und Risiken für Mensch und Umwelt ausgemacht werden. Frau Düx zeigte, wie Menschenaffen und wilde Primaten ein natürliches Reservoir für Mpox darstellen. Aber wo kommen die Viren her und wie kommt es, dass nicht nur Affen, sondern auch Menschen erkranken? Frau Düx berichtete eindrücklich, welche Rolle Feuerfußhörnchen und Ducker in der Infektionskette spielen und dass der Verzehr von infizierten Tieren zur Übertragung der Infektion führen kann. Sie gab auch anschaulichen einen Einblick in den Arbeitsalltag und die Arbeitsweise der Wissenschaftler*innen vor Ort in Afrika, z.B. bei der Entnahme von biologischen Proben wie Kot, Urin und Speichel von Wildtieren und deren Auswertung.
Anschließend wechselte zum zweiten Vortrag das Thema auf das Gebiet der Bakteriophagen. Frau Dr. Sophie Kittler von der Tierärztlichen Hochschule Hannover betonte, welche Herausforderung multiresistente Keime darstellen, gegen die kein Kraut mehr gewachsen bzw. kein Antibiotikum mehr verfügbar ist. Eine Alternative stellen Bakteriophagen dar, die sehr spezifisch Bakterien befallen und unschädlich machen. Sie schilderte den Infektionsweg der Bakteriophagen und zeigte Chancen und Möglichkeiten einer Phagentherapie. Die Phagen sind aber nicht nur für den medizinischen Einsatz relevant, sondern stellen auch eine Lösung im Lebensmittelbereich zur Eliminierung von Campylobacter in Geflügel dar.
